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Jakob Vogel (Centre Marc Bloch, Berlin): Die „Kolonialwissenschaften“ im französischen Hochschulsystem seit dem 19. Jahrhundert und ihr heutiges Erbe in Frankreich

Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums am Frankreich-Zentrum
Wann 24.01.2022
von 19:15 bis 21:00
Wo HS 1019, KG I
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Der Vortrag skizziert die Entwicklung der « Kolonialwissenschaften », die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Zweig der Hochschulausbildung im Frankreich der Dritten Republik darstellten.  Mit der « Ecole coloniale » wie auch den kolonialwissenschaftlichen Bildungszweigen der Universitäten und Hochschulen sollte einerseits die Grundbildung der Kolonialbeamten sichergestellt werden und andererseits auch auf wissenschaftlicher Ebene eine Legitimation für Frankreichs koloniale Ausdehnung geliefert werden. Der Vortrag präsentiert eine Reihe von Initiativen und Forschungen, die sich in den letzten Jahrzehnten mit diesem « kolonialen Erbe » des französischen Hochschulssystems befassten, und diskutiert die Schwierigkeiten, welche die Aufarbeitung dieses Kapitels der französischen Bildungsgeschichte noch heute bereitet.

Jakob Vogel ist Professor für Geschichte Europas des 19. und 20. Jahrhunderts am Centre d’Histoire von Sciences Po Paris und Direktor des Centre Marc Bloch in Berlin. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört die Kolonialgeschichte Frankreichs und anderer europäischer Länder seit dem späten 18. Jahrhundert. Im Frühjahr 2017 organisierte er zusammen mit Pap N’Diaye und einer Gruppe von Studierenden eine Ausstellung zur Kolonialgeschichte von Sciences Po Paris.

Veröffentlichungen u.a . : mit E. François, Th. Serrier  u.a. (Hg.), Europa. Notre histoire, Paris 2017 (dt. Ausgabe : Europa. Die Gegenwart unserer Geschichte, 3 Bde., Darmstadt 2019) ; mit L. Schilling (Hg.), Transnational Cultures of Expertise. Circulating State-Related Knowledge in the 18th and 19th Ccentury, Berlin/Boston 2019.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Freiburger Afrika-Zentrum für Transregionale Forschung (ACT) und dem Potentialfeld Comparative Area Studies and Transregional Studies (CASTS).