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Alice Zeniter: L'Art de perdre / Die Kunst zu verlieren

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Lesung und Gespräch in deutscher und französischer Sprache, in Anwesenheit der Autorin; mit anschließender Filmvorführung

Was
  • Buchvorstellung und Gespräch
Wann 20.02.2019
von 19:00 bis 23:00
Wo Kommunales Kino, Urachstr. 40
Termin übernehmen vCal
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Alice Zeniter wurde 1986 in Alençon geboren und wuchs in dem kleinen Dorf Champfleur auf, bis die Familie nach Alençon zurückkehrte. Schon als Schülerin schrieb sie ihren ersten Roman. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der École normale supérieure in Paris. Sie arbeitet(e) als Lehrerin und Dramaturgin (einige Jahre lang auch in Budapest). Alice Zeniter hat vor "L'art de perdre" bereits vier Romane veröffentlicht; für ihren letzten Roman, "Juste avant l'oubli", erhielt sie den begehrten Prix Renaudot des Lycéens.

 

L'Art de perdre (Flammarion, 2017)

L'Algérie dont est originaire sa famille n'a longtemps été pour Naïma qu'une toile de fond sans grand intérêt. Pourtant, dans une société française traversée par les questions identitaires, tout semble vouloir la renvoyer à ses origines. Mais quel lien pourrait-elle avoir avec une histoire familiale qui jamais ne lui a été racontée ? Son grand-père Ali, un montagnard kabyle, est mort avant qu'elle ait pu lui demander pourquoi l'Histoire avait fait de lui un "harki". Yema, sa grand-mère, pourrait peut-être répondre mais pas dans une langue que Naïma comprenne. Quant à Hamid, son père, arrivé en France à l'été 1962 dans les camps de transit hâtivement mis en place, il ne parle plus de l'Algérie de son enfance. Comment faire ressurgir un pays du silence ? Dans une fresque romanesque puissante et audacieuse, Alice Zeniter raconte le destin, entre la France et l'Algérie, des générations successives d'une famille prisonnière d'un passé tenace. Mais ce livre est aussi un grand roman sur la liberté d'être soi, au-delà des héritages et des injonctions intimes ou sociales.


Die Kunst zu verlieren (Piper, 2019)
Aus dem Französischen von Hainer Kober

Wie lässt man aus dem Schweigen eine verlorene Geschichte neu erstehen? Naïma hat es lange nichts bedeutet, dass ihre Familie aus Algerien stammt. Wie soll ihre Verbindung zu einer Familiengeschichte, die sie nicht kennt, denn auch aussehen? War ihr Großvater wirklich ein „Harki“, ein Verräter? Vielleicht könnte die Großmutter es ihr erzählen, aber nur in einer Sprache, die Naima nicht versteht. Und ihr Vater, der 1962 nach Frankreich kam, in eines jener damals hastig errichteten Auffanglager, wo man die Algerienflüchtlinge versteckte, redet nicht über das Land seiner Kindheit…Um mehr zu erfahren, tritt Naïma eine weite Reise an.
Lesung mit anschließender Filmvorführung.

Moderation: Dr. Guillaume Plas, Fremdsprachenlektor am Frankreich-Zentrum
Übersetzung: Dr. Melanie Koch-Fröhlich, Romanisches Seminar

 

Filmvorführung (21 Uhr)

Im Anschluss an die Lesung wird der Film

LA ZERDA ET LES CHANTS DE L’OUBLI (La Zerda und die Gesänge des Vergessens) gezeigt.

Regie: Assia Djebar, Buch: Assia Djebar, Malek Alloula,  Schnitt: Nicole Schlemmer
Algerien 1980 | OmU | 60 Min. |

Assia Djebar war die bekannteste Schriftstellerin Nordafrikas. Während einer zehnjährigen Schreibkrise wandte sie sich einem neuen Medium zu und drehte zwei international preisgekrönte Filme: LA NOUBA und LA ZERDA ET LES CHANTS DE L’OUBLI.

In LA ZERDA entwirft Assia Djebar ein komplexes Bild der Kolonialgeschichte Algeriens, wobei sie sich besonders auf die Rolle der Frauen in dieser schwierigen Epoche konzentriert.

Assia Djebar über das Thema ihres Films, der ersten Regiearbeit einer Frau in der algerischen Filmgeschichte: „In einen völlig unterworfenen und zum Schweigen gebrachten Maghreb strömten Fotografen und Filmemacher, um Aufnahmen von uns zu machen. …Die 'Zerda' ist jenes langsam aussterbende Fest, das sie angeblich bei uns einfangen wollten ...“. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Filmemacherin fügt hier die fremden Blicke der Kolonialherren zusammen - entlarvend, kritisch, bitter. Die von ihr konzipierte Tonspur lässt anonyme Stimmen und Dichtungen erklingen, und „Gesänge des Vergessens“ intervenieren. Anfang der 1980er-Jahre schuf Djebar mit diesem poetischen Filmessay eine neue Art, die algerische Geschichte zu verstehen. Sonderpreis der Berlinale 1983 für den besten historischen Film.

Einführung: Beate Thill

Eintritt:
Lesung: €10 | ermäßigt €8
Lesung und Film: €12
Nur Film: €7 | ermäßigt €5

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Centre Culturel Français Freiburg und dem Kommunalen Kino sowie mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung - Außenstelle Freiburg statt.